07.09.06, 23:14
Die praktische Prüfung Führerschein Klasse A habe ich also am 6.8.2003 bestanden.
Meine erste Fahrt ohne Begleitung meines Fahrlehrers war peinlich: ich kam gerade mal ein paar hundert Meter bis zum Alexanderplatz, mitten auf der Kreuzung blieb die AT stehen und tat keinen Mucks mehr. Erstmal verfluchte ich meinen Fahrlehrer, daß er mich so auf die Allgemeinheit und den Verkehr loslässt. Dann fing die Fehlersuche an, die endete recht bald bei einem geschlossenen Benzinhahn. Kleine Anekdote aus der Rubrik "Peinlichkeiten und Anfängerfehler aus dem Motorrad-Leben".
Dann konnte mich nichts mehr halten: Ende August startete die erste Tour einer mittlerweile aus meinem Leben nicht mehr wegzudenkenden Tradition, die "Freundes-Tour". Meistens so um die 3 Wochen bin ich seither jedes Jahr mindestens einmal in Deutschland unterwegs und besuche meine FreundInnen. In diesem ersten Fall führte es mich nach Bremen, von wo ich frisch nach Berlin umgezogen war, weiter nach Hessen in den Gießener Raum, wo ich aufgewachsen bin, und nach Büdingen, ein Ort meiner Kindheit. Alles sehr sentimental, jedoch wohltuend für's Gemüt. An Büdingen erstaunt mich immer wieder, daß es noch so ist, wie ich es aus den 70er Jahren in Erinnerung habe und eigentlich ist das kein Wunder, da die ganze Altstadt unter Denkmalschutz steht.
Denkwürdig auch ein Aufenthalt im Schloßhotel, bei dem ich jedoch auch nicht herausfinden konnte, was an der Legende um die wanernden Männer dran ist, vermutlich hab ich doch schon gelogen in meinem Leben. Weiter ging's in den Süden der Republik, nach Tübingen, mit einem sehr angenehmen Aufenthalt im Hotel Krone. Auch in Tübingen scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Meine frühesten Erinnerungen sind dort angesiedelt, ca. 1975 habe ich in Erinnerung, daß wir von Tübingen-Unterjesingen nach Büdingen umgezogen sind. Am prägnantesten habe ich die alte Mensa im Kopf, heute noch sehe ich meinen Vater dort als Student, erste Berührung mit der Studentenszene der frühen 70er, möglicherweise auch prägend für meinen späteren Berufswunsch: Langzeitstudentin.
Von Tübingen aus ein Tages-Ausflug zum Grab meiner Großeltern in Albstadt-Ebingen, auf dem Weg denkwürdige Kontakt-Aufnahme mit der einheimischen Bevölkerung: an einer Baustelle mitten in einem Dorf auf der schwäbischen Alb komme ich mit der Umleitungsbeschilderung nicht klar und frage kurzerhand einen Dorf-Bewohner nach der Richtung. Als Antwort bekomme ich einen Fingerzeig im wahrsten Sinne des Wortes, irgendwie gradaus und dann abbiegen, was soll mer au viel schwätza. Ich frage nach und bekomme die gleiche Antwort, frage nach und ... frage nach ... bis der freundliche Mensch dann doch seinen Mund zum Sprechen nutzen kann: "Ha, wa isch'n dees etzt?" Man muss wohl dort gebürtig sein, um diese sturköpfige Verschrobenheit mindestens als Kult einordnen zu können.
Nach Kirchheim-Teck zu einem Termin bei AKE zwecks Einbau einer Kommunikations-Anlage. Herr Andretzky, der Inhaber und Erfinder, nimmt sich einen ganzen Tag Zeit, um die Anlage einzubauen und stimmt gewissenhaft alle verbundenen End-Geräte (Helm-Lautsprecher und -Mikro, die Navi, das Handy etc.) auf die AT ab. Bei Inspektions- oder Umbau-Besuchen in Werkstätten werde ich später oft auf den außerordentlich ordentlich verlegten Kabelbaum angesprochen.
Der Weg zurück nach Berlin führt über Ulm und Erlangen, natürlich mit einem Abstecher in "die Frrrängische". To be continued mit einem Zitat von Luscious Jackson, Friends: "I got my freaks to the East / got my freaks to the West / Let's get together... / Let's celebrate... / You know I can't say no to a good time with my friends / Where would I be... / without my friends..."
Geschrieben am 07.09.06, 23:14
Tags: freunde, habari, reisebericht und tour
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